Mutter-Baby-Sprachlerngruppen im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst KJGD

mubabysprachlern-11_Bildgröße ändernDr. Matthias Brockstedt, ärztlicher Leiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes Berlin-Mitte, bewertet die Mutter-Baby-Sprachlerngruppen als wichtiges Angebot für junge Familien. Deshalb hat er sich stark für ein vergrößertes Angebot eingesetzt. So können mit Fördermittel für die “Frühen Hilfen” in den Jahren 2013 – 2015 bis zu 9 parallel laufende Kurse im Haus der Gesundheit in der Weddinger Reinickendorfer Straße und an anderen Standorten im Bezirk Mitte stattfinden. Auch danach sollen die Gruppen weiterhin laufen, indem sie in die Regelförderung übernommen werden. Damit würden die Mutter-Baby-Sprachlerngruppen zu einem wichtigen Baustein der Angebote der „Frühen Hilfen“.  Brockstedt betont, dass dieses Projekt der Elternakademie einzigartig in Deutschland sei. Denn es würde die präventiven Hilfen im Bereich des Kinderschutzes um ein pädagogisches Bildungsangebot ergänzen, neben den medizinischen Hilfen durch die Hebammen oder den Erziehungshilfen durch das Jugendamt.  Damit kommt eine Zusammenarbeit der Bereiche von Gesundheit, Jugend und Bildung zustande, die zukunftsweisend ist, weil sie auch eine breite Kooperation auf der Ebene der Verwaltungen nach sich zieht. So hat sich ein kleines lokales Modellprojekt mit einer anfänglich kleinen Teilnehmergruppe mit einer überzeugenden Wirkung durchgesetzt.  dr-brockstedt_Bildgröße ändern

 

 

Der Kurs trifft auf eine starke Nachfrage, wie die Zahl der Teilnehmerinnen zeigt. Werbung muss kaum gemacht werden, da es eine breite Mund-zu-Mund-Propaganda unter den jungen Müttern gibt.
Dr. Brockstedt ist unter anderem als Berater für die Senatsverwaltung in der Projektgruppe Netzwerk Kinderschutz tätig. Aus wissenschaftlichen Studien weiß er, dass es in allen weltweiten Kinderschutzaktivitäten nur zwei Maßnahmen gibt, die offensichtlich funktionieren und langfristigen Erfolg haben. Das sind Hausbesuche durch geschulte Fachkräfte und die Bildung der Mütter. In der Mutter-Baby-Sprachlerngruppe sind nun diese beiden Bausteine verknüpft. Bei den standardisierten Ersthausbesuchen durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst wird der Bedarf bei den Müttern durch die Sozialarbeiter ermittelt – z.B. ob Defizite in den Sprachkenntnissen vorliegen. Dann wird über Bildungsangebote informiert, indem anhand von Fotos über Lernsituationen  die Schwellenangst vor dem Besuch eines Kurses genommen wird. Für Eltern mit nur geringen Sprachkenntnissen sind die Informationsmaterialien anschaulich und motivieren meist spontan, einen solchen Kurs besuchen zu wollen. IMG_4158_Bildgröße ändern

Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt hat sich auch gerade durch die Mutter-Baby-Sprachlerngruppen intensiviert und alle Beteiligten sind von dem Projekt begeistert. Deshalb wurde auch auf dem diesjährigen Kinder-und-Jugendhilfetag das Projekt als ein erfolgreiches Modell für die Frühen Hilfen auf dieser vielbeachteten bundesweiten Veranstaltung präsentiert.
Dass es sich bei dem Projekt um keine Eintagsfliege handelt, ist dadurch gegeben, dass die Mutter-Baby-Sprachlerngruppe auf gewachsenen Strukturen des Kinder-Jugendgesundheitsdienstes, der Volkshochschule und des Jugendamtes stehen.
Dr. Brockstedt lobt die Flexibilität der Volkshochschule, die ihre Kurse nicht nur am eigenen Standort, sondern breit gestreut und für die Menschen gut erreichbar an vielen Orten durchführt. Inzwischen melden viele Familienzentren ihr Interesse an den Kursen an und möchten, dass sie in ihren Räumen durchgeführt werden. Dass die VHS so beweglich ist und ihre Kurse dort durchführt, wird auch auf der Ebene der Senatsverwaltung positiv gesehen, die den Aufbau und die Stärkung der Familienzentren als wichtige Aufgabe vorantreibt. Diese wohnortnahen Einrichtungen sollen ja eine Anlaufstelle für Mütter und Väter sein, die dort Angebote für alle wichtigen Familienfragen finden können.
Welche Aussichten bestehen für die Mutter-Baby-Sprachlerngruppen? Dr. Brockstedt ist überzeugt, dass die Qualität dieser Kurse für sich spricht. Und weil sie ein so wichtiger Baustein in den Angeboten der Frühen Hilfen ist, ist damit zu rechnen, dass die Kurse auch in Zukunft als Regelangebot weitergeführt werden.

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