Das Radio muss immer senden

D-Radio-1Deutschlandradio Kultur – Exkursion des VHS-Zeitungskurses im Sommer 2016

Dass ein Radio immer senden muss, wissen alle, aber wenige wissen, was für eine Arbeit hinter den Kulissen steht. Unsere Gruppe war so glücklich, dass sie das sehen durfte. Wir waren beim  Deutschlandradio Kultur in Berlin-Schöneberg zu Besuch, einem öffentlich-rechtlichen Sender der ARD. Unsere Führung leitete Leonie Rekers, eine Studentin, sehr gut.

 

Das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, ist unglaublich schön, obwohl es während des Nationalsozialismus gebaut wurde. Ein halbrundes Gebäude mit gerundeten Gängen und einem rundem Treppenhaus. Zuerst es das Verwaltungsgebäude einer Firma, aber es funktionert auch als Radio sehr gut. Nach dem zweiten Weltkrieg war hier der RIAS, der Rundfunk im amerikanischen Sektor, den Menschen in West-Berlin und in der DDR empfangen konnten. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1989 wurde der Sender neu erfunden und startete mit Radio-Kolleg_innen aus West-Berlin und aus dem ehemals sozialistischen Berliner Ostteil ein neues Programm, das bis heute immer weiter reformiert wird.

Im Haus konnte man sofort merken, dass überall Uhren waren. Pünktlichkeit ist eine der wichtigsten Sachen im Rundfunkbetrieb.

Deutschlandradio Kultur sendet Nachrichten, Politik, Konzerte, Opern, Hörspiele, Features und viele Kuturmagazine und bietet durch Interviews, Reportagen, Berichte und Kritiken einen Überblick mit Hintergrund. Das Radio hat durchschnittlich 470.000 Zuhörer täglich.

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Wir waren im Nachrichtensprecherraum, dann schauten wir uns das Hörspielstudio an. Dort lernten wir, wie man verschiedene Töne imitieren kann. Zum Beispiel kann man mit einem Paket Papiertaschentücher das Knistern des Feuers nachmachen.

Beim Besuch konnten wir später in einem Konferenzraum mit dem Redakteur Jörg Degenhardt eine Sendung – „Alltag Anders“ – hören, in der Korrespondenten darüber berichteten, wie es um die Abtreibung weltweit steht.

„Gibt es eine Zukunft für das Radio?“ fragten wir. Die Antwort war ein klares „Ja”. Aber die Leute hören heutzutage immer mehr Digitalradio – man braucht dafür keine Frequenzen auf UKW, von denen es nicht genug für Radiomacher gibt. An Stelle von oder zusätzlich zu großen universellen Radios, die alle Themenbereiche umfassen, werden in Zukunft wahrscheinlich viele kleinere Programme für bestimmte Interessen kommen.

Erika Tüske

 

 

 

 

 

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