Elternredaktion

Exkursion ins Fotostudio

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Um mehr über Porträtfotografie zu erfahren, waren sechs Teilnehmerinnen des Zeitungsprojekts am 11. Februar 2016 zu Besuch in Sharon Adlers Fotostudio in Kreuzberg.

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Sharon bewirtete Ihre Gäste sehr gut. Als wir dort ankamen, zeigte sie uns ihr Fotostudio und ihre gemütliche Altbauwohnung. Danach setzten wir uns an den Küchentisch. Auf dem Tisch standen ein bunter Blumenstrauß, Wasser und köstliches Gebäck. Es blieb nichts übrig! An der Wand waren Fotos, nicht viele, am meisten Porträts. Zwei alte Fotos haben die Aufmerksamkeit der Gruppe erregt. Auf den Bildern befanden sich eine sehr junge und schöne Frau. Die Schwarzweißfotos waren keine “Amateur”-Porträts. Ein Bild war im Profil, das andere fast von vorne aufgenommen. Vielleicht wurden sie retuschiert, allerdings gab es kein Photoshop-Programm damals, es wurde nur der leicht der Pinsel des Fotografen angewandt. Die junge Frau stand nicht spontan vor dem Fotografen. Diese Pose, sehr statisch, war noch zu der Zeit die Regel. Trotzdem drückten die Fotos sehr viel aus, weil die geschickte Lichtführung des Fotografen die Gesichter in Bewegung brachten. Auf dem Profilfoto blickte die junge Frau lächend leicht nach oben. Weißer Rock, helles Band in den schwarzen Haaren, sah sie noch fast kindlich wie ein hübsches Mädchen aus. Auf dem anderen Foto, die Frisur, die Kleidung und die Schmuckstücke, Ohrringe und Halskette zeugten von einer eleganten und charmanten jungen Frau. Wer ist sie? Wo und wann ist sie fotografiert worden? Sharon erklärte uns, dass diese Frau Ihre Mutter zeigt und die Aufnahmen in der 50er Jahren in Istanbul gemacht wurden. Dann erzählte sie uns noch etwas von der aufregenden Lebensgeschichte ihrer Mutter.

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Ziel dieser Exkursion war es, Vokabular und eine Menge Technik über die Arbeit im Fotostudio zu lernen. Deswegen erklärte uns Sharon ein paar Begriffe und später gingen wir in das Studio, um mit den Kameras, Objektiven, dem Blitzgerät und anderen Geräten Kontakt aufzunehmen. Dort lernten wir unter anderem, die Unterschiede zwischen Porträt, Einzelaufnahme, Viertelfoto und Gruppenfoto, was gehört in die Fototasche, wie kann man die Ausleuchtung am besten nutzen, um gute Fotos zu machen und anderes mehr.

Danach stellte sich jede von uns vor den weißen Hintergrundkarton auf und ließ sich von den anderen Teilnehmerinnen fotografieren. Wir fühlten uns wie Hollywood-Stars! Es fehlte nur der rote Teppich und natürlich die Luxus-Abendkleider! Wir machten sehr viele schöne und lustige Fotos.

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Es war zweifellos ein lustiger und entspannter Unterricht und wir hatten viel Spaß zusammen! Vielen Dank Sharon!

 

 

 

Text: Olga Martins, Claire Dufour

Fotos: Li Zha, Sharon Adler

Nachbarinitiative Stolpersteine in der Thomasiusstraße in Berlin-Moabit

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Kiezreporterin Manuela Monti aus dem Zeitungsprojekt der VHS Berlin-Mitte  interviewt Nachbarin Beate Dietrich-Pack

 

 

 

 

Das Stolpersteinprojekt ist eine Kunstaktion von Gunter Demnig, um an die Opfer des Holocaust zu erinnern. Wie entstand die Nachbarinitiative in der Thomasiusstraße?

Beate Dietrich-Pack: Ein Bewohner der Thomasiustr., Oliver Geiger, kam einmal abends nach Hause und sah auf der Straβe einen Stein mit Namen und Daten des Opfers, das im gleichen Alter wie er damals war. Er wollte dann mehr über diesen Mann erfahren. Bei einer Internetrecherche stellt er fest, dass eine andere Frau aus Hawaii auch über denselben Stein recherchierte. Sie war eine Verwandte des Opfers. Sie nahmen Kontakt auf und trafen sich auch einmal, als die Frau nach Deutschland kam.

 

In welcher Weise haben sich die Nachbarn engagiert?

B: Es gibt eine Koordinierungsstelle im Bezirksamt und dort hat Oliver Kontakt aufgenommen und eine Liste von deportierten Leute aus der Thomasiusstr. bekommen. Er hat sich dann mit Rita Bünemann de Falcón getroffen, die auch dort wohnt, und sie haben die anderen Nachbarn gefragt, ob sie auch mitmachen wollten. Am Anfang 2013 haben sich etwa 10 Leute zum ersten Mal getroffen und danach waren wir schon 25. Einige kannte ich schon, aber ich habe auch viele neue Nachbarn kennengelernt.

 

Welche Interessen hatte die Gruppe damals? Was wolltet ihr machen?

B: Wir wollten erstens, dass diese Opfer, die hier genau wie wir gelebt haben, nicht vergessen werden. Wir wollten wissen, was waren sie für Menschen? Welche Berufe hatte sie? Und wir wollten auch wissen, ob es noch Überlebende oder Verwandte gibt, mit denen wir Kontakt aufnehmen könnten? Die Leute, die hier gewohnt haben, waren ganz normale Menschen. Sie wurden hier von der SS mitgenommen und zu einer Sammelstelle geführt. Aller Besitz, ihre Häuser und Vermögen wurden ihnen weggenommen. Hier war eine Synagoge in der Nähe und dort mussten alle auf engstem Raum eingezwängt warten, bis sie abtransportiert wurden. Es dauerte ca. drei Tage und dann mussten sie wieder laufen bis zum Bahnhof, wahrscheinlich in Moabit oder im Bahnhof Grunewald.

 

Und hat dieses Projekt die Aufgabe, daran zu erinnern?

B: Ja und vor allem deswegen daran zu erinnern, weil sie unsere Nachbarn waren. Denn damals konnten alle Menschen sehen, dass ihre Nachbarn abtransportiert wurden. Sie konnten später nicht sagen: Ich habe gar nichts gewusst. Sie wussten, dass über 100 Leute mit ihren Koffern auf der Straβe standen und aus den Häusern getrieben waren.

 

Wie hat die Nachbarinitiative die Aufgaben und die Recherchen organisiert ?

B: In Potsdam haben wir nach den alten Naziakten gesucht, in denen viele Informationen der Opfer zu finden sind. In der Entschädigungsstelle konnten wir auch sehen, ob es noch Verwandte gab, die Entschädigung beantragt hatten. Wir mussten uns auch um die Verlegung der Stolpersteine kümmern. Jeder Stein hat einen Paten, der für die Verlegung eines Steines bezahlt und sich darum kümmern muss.

 

Hast du die NS-Zeit hier auch in der Thomasiusstr. erlebt?

B: Nein, ich bin 1949 geboren, als der Krieg schon zu Ende war. Ich war in Schlesien, die früher zu Ostdeutschland gehörte und nach dem Krieg zu Polen kam. Wir mussten dann vor den Russen fliehen. Nach Berlin bin ich erst 1967 gekommen und 1970 in Thomasiusstr. umgezogen. Ich war auch eine Flüchtling gewesen!

 

Viele Leute versuchen, die aktuelle Situation der heutigen Flüchtlinge mit denen, die vor den Nazis geflohen sind, zu verbinden. Darüber sprach ein Verwandter eines Opfers bei der Gedenkveranstaltung war. Was sagst du dazu?

B: Es ist dasselbe Phänomen. Angst vor Fremde. Jedes Kind hat Angst, wenn ein Fremder kommt. Bei Kindern ist es normal, aber wir sind keine Kinder. Beim Erwachsenen ist es dumm, weil fremde Menschen interessant sein können und uns durch neue Ideen bereichern. Man muss sich nicht von Mauern umgeben.

 

Was sagst du zu der Kritik an den  Stolpersteinen, dass wenn man auf die Steine tritt, würde man auch auf die Opfer treten?

B: Ich kann das verstehen aber ich denke, dass die Vorteile stärker sind. Wenn man über den Bürgersteig geht und den Stein sieht, muss man sich bücken, um den Text zu lesen. Dann verbeugt man sich ja vor dem Opfer und zeigt Respekt.

 

Und ist jetzt das Stolpersteinprojekt in der Thomasiusstr. zu Ende?

B: Eigentlich ist es zu Ende. Wir haben alle Biographien recherchiert. Aber wir überlegen noch, ob es das Ende sein soll. Wir wollen uns noch weiter treffen und Kontakt mit den Angehörigen der Steine halten. Es sind ja auch Freundschaften entstanden. Man kann sagen, aus dem Unglück ist auch etwas Glück entstanden. Wenn jemand krank ist, rufen alle sofort an: Sollen wir dir helfen? Das war vorher nicht. Das ist ein guter Zusammenhalt und Solidarität.

 

Was war die Stärke des Projekts, wenn Du es vom Ende her betrachtest?

B: Das Beste für mich war, dass mehrere Menschen, die wegen der Geschichte Deutschland hassten und niemals wieder kommen wollten, sehen konnten, dass es hier heute anders ist, dass wir an die Opfer erinnern und sie willkomen sind. Die Herkunft von einigen Verwandten wurde wie ein Geheimnis gehütet, weil die Familie sagten, dass Deutschland schrecklich war. Sie hatten Angst vor Deutschland, doch als sie von den Stolpersteinen hörten, wollten sie her kommen. Als sie kamen, war es für sie wie eine neue Geburt! Das war der Erfolg der Stolpersteine und des Projekts, wenn ein Mensch seinen Hass überwunden hat. Das passierte mit vielen Verwandten.

 

Also eine Reduzierung des Hasses. Und findest du, dass es den Hass noch in Deutschland gibt?

B: Nicht mehr wie damals, aber es gibt ihn noch. Vor einer Synagoge und den jüdischen Schulen z. B. müssen Polizisten stehen. Die Juden tragen keine jüdische Kopfbedeckung, wenn sie auf der Straβe sind, weil sie einen Anschlag fürchten. Das ist nicht normal.

 

Möchtest du noch etwas sagen?

B: Wir können die Welt nicht verändern, aber ein bisschen klarer machen, dass wir den Holocaust nicht vergessen haben. Die letzten Zeugen werden bald sterben. Dann bleiben nur die Leute, die nach dem Krieg geboren sind, und die Steine und dass man die Geschichte der Opfer im Internet finden kann. Es ist ein kleines Rädchen, an dem wir gedreht haben, aber ein ganz kleines Rädchen. Aber besser als keines.

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Interview: Manuela Monti

Foto: Pavel Drabek

 

Kunstinstallation Bürgerberatung Sol Calero – Oficina Del Ciudadano – Galerie Wedding

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TEXTE AUS DER SCHREIBWERKSTATT

Pavel Drabek 

Kann eine Bürgerberatungsstelle freundlich und offen sein? Können sich in diesem Raum die Besucher wohlfühlen? Diese Fragen stellt sich die venezuelanische Künstlerin Sol Calero in ihrer Ausstellung Oficina Del Ciudadano in der Galerie Wedding. Ein Bürgeramt ist wie ein Rathaus ein Ort, den jeder Einwohner, ob einheimischer oder fremder, mindestens einmal im Leben betreten muss. Für Einwanderer findet hier oft der erste Kontakt mit den deutschen Institutionen statt. Und wie Calero selbst sagt, dieser Kontakt ist nicht immer freundlich und dass gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für jedes andere Land auf der Welt. Das soll sich aber mindestens während der aktuelle Ausstellung ändern.DSC00144_Bildgröße ändern

 

Die Künstlerin hat mithilfe der originalen Büromöbel aus dem Jahr 1982 eine kleine Beratungsstelle mit drei Tischen eingerichtet. Hier finden die Besucher Zugang zum freien Internet und Informationen über soziale und andere Projekte im Stadtteil Wedding. Es ist auch möglich, sich auf einem bequemen Sofa zu entspannen. Dazu gibt es große Wandgemälde mit lateinamerikanischen Motiven, die den ganzen Raum gemütlich und wärmer macht. Calero lädt die Besucher ein, den Raum nach ihren eigenen Bedürfnissen frei zu nutzen.

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Inklusion und Integration sind die zentralen Ideen der Ausstellung. Auch die Einrichtung des Galerienraums mit den großen Fenstern und direktem Zugang von der Straße soll dem Zweck dienen, einen Willkommensraum zu erschaffen, wobei allerdings die Rollen des Gastes und des Gastgebers nicht klar definiert sind, sowie auch die Frage wer sich wem anpassen soll.

“Wenn man in einem Land wie Venezuela aufwächst (oder einem anderen “Dritte-Welt-

Land”) scheint es, als ob alles “da draußen” passiert….irgendwo in der Welt, nämlich in

den USA oder in Europa. Man wird praktisch geboren, um auf eine bessere Möglichkeit

zu warten. Und eines Tages kommt die Zeit, und du bist “da draußen”, irgendwo in

Europa, und lebst endlich deinen “Traum”. Aber was man nach diesem ganzen Prozess

des Träumens wirklich wird, ist ein Immigrant, und diese Tatsache wird sich in allem

widerspiegeln, was man macht oder versucht zu sein. So habe ich auch angefangen,

mich als Künstlerin zu sehen, nachdem ich realisiert hatte, dass ich nach all diesen

Jahren, in denen ich diesem “Traum” gefolgt war, eine Immigrantin war, und immer noch

bin. Diese Immigrantin, die versucht, sich an die Gesellschaft eines anderen anzupassen,”

sagt Calero in einen Interview mit Adam Carr.

Deswegen hat sie angefangen die Dominanz der europäischer Kunst, Abwesenheit von lateinamerikanischer Tradition oder die Exotisierung lateinamerikanischer Künstler in Europa zu thematisieren, teilweise auch um ihre eigene Identität zu finden. “Und es funktioniert,” hat sie am 26. November 2015 in einem Gespräch mit die Kuratorin Solvej Helweg Ovesen zugegeben. “Ich male meine Bananen und Obstmotive und hoppla! Plötzlich habe ich eine große Ausstellung in London,” kommentiert sie ihren letzten Erfolg, währenddessen ist es ihr gelungen, eine Galerie in London in einen Friseursalon zu verwandeln. Ein Friseursalon ist in Venezuela ein Ort wo sich die Leute begegnen, miteinander sprechen und sich wichtige Informationen mitteilen. Er hat eine bedeutende soziale Funktion. So hat sich die Galerie in London in einen Ort der Begegnung verwandelt, wo sich zum Beispiel Lokalinitiativen mit Zuschauern getroffen haben.

Calero wollte die gleiche soziale Funktion bei der Beratungsstelle im Wedding verwirklichen, sie hat aber auch zugegeben, dass ohne Kenntnisse der Sprache und der Umgebung es nicht leicht ist, die richtigen Netzwerke zu bilden, um einen Ort in einen wichtigen Begegnungspunkt zu verwandeln. Alles ist aber noch offen. Die Ausstellung läuft bis 16. Januar 2016 und in dieser Zeit soll sich der Raum weiter entwickeln und mehr und mehr Möglichkeiten bieten. Am 13. Dezember 2016 spielen zwei DJinnen ihren elektronischen Beat. Am 14. Januar 2016 hält Regina Römhild, Professorin am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität einen Vortrag über Integration und Multikulturalität, über das Phänomen des so genanntes Post-Otherness – was es bedeutet Fremde zu sein in einer Gesellschaft, die selbst aus Einwanderung und Mischung von “fremden” Kulturen entsteht und ob es im diesem Fall immer noch irgendwelche “Fremde” gibt. Und fast jemand die Veranstaltungen nicht schaffen kann, ist es möglich, immer von Dienstag bis Samstag einfach vorbei zu kommen und ein bisschen von der tropischen Wärme in dem kalten Berliner Winter zu genießen.

Fotos: Pavel Drabek 

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Drag & drop und das Tigerbaby – Speichermedien und der Magazinbericht

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Wie jeden Dienstag, trifft sich auch heute, am 13.10., die Elternredaktion in den Räumen der Volkshochschule Berlin Mitte. Die Teilnehmer_innen aus verschiedenen Herkunftsländern werden von Beate Strenge und Elke Hauf begrüßt. Entspannt und in aufgelockerter Atmosphäre beginnen wir mit dem Unterricht für Journalismus. Neugierde macht sich breit. Was werden wir heute Neues erfahren, welche Aufgaben haben wir heute in der Praxis umzusetzen?

Heute haben wir zuerst Computer-, dann Textunterricht. Theoretisch und auch praxisnah lernen wir von Elke Hauf, Dateien auf externe Speichermedien wie USB-Stick zu kopieren und von externen Trägern wie der Kamera  in den Computer zu übertragen. Fachbegriffe, wie z. B. Drag and Drop werden erläutert und praktisch umgesetzt. Das Definieren von Begriffen nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, ist aber sehr wichtig. Nur so können Missverständnisse vermieden werden.

Beate Magazinbericht 1Im Anschluss setzen wir den Unterricht mit dem Thema Textsorten fort. Klingt erst einmal langweilig, aber wir werden eines Besseren belehrt. Dahinter verbergen sich Texte, die zunächst zu analysieren sind. Wir lesen einen Artikel vom 22.9.2015 aus dem Berliner Tagesspiegel. Überschrift: „Plötzlich lag ein Tigerbaby vor der Tür“. Wir sollen zum Beispiel herausfinden, auf welche Weise die 7 W-Fragen einer Nachricht in dem Text beantwortet werden, darunter auch woher die Informationen kommen. Und wo hat die Autorin recherchiert und wann hat sie Zitate verwendet? Hier ist jetzt Teamwork gefragt, in Gruppen lösen wir die gestellten Aufgaben, die uns als Gemeinschaft näher bringen. Unbekannte Worte werden in ihrer Bedeutung gemeinsam mit Dozentin Strenge beleuchtet. Wir ordnen den Artikel der Textsorte ‚Magazinbericht’ zu. Diese Art von Bericht ist lebendig geschrieben mit vielen Zitaten und Beispielen, die gut verständlich sind.

Tafelbild Magazinbericht

Höhepunkt unseres Unterrichts ist es, ein erstes Interview zu führen. Eine echte Herausforderung und interessante Erfahrung. In Zweier-Gruppen ziehen wir uns zurück, beginnen unsere Fragen zu stellen und Stichworte zu machen. Unser Thema: „Wie geht es dir heute?“ Ohne es zu merken ist auch die Zeit schon wieder vorbei, und wir mussten unser Interview beenden. Als Hausaufgabe fügen wir die Befragung des/der anderen zu einem kurzen Magazinbericht zusammen. Beim nächsten Zusammentreffen findet die Auswertung statt.

 

Text:  Christa Sämisch

Fotos:

Textsorten – Presserecht

Pavel und Li

Das Thema unseres neunten Treffens am 15.10.2015 war zunächst ein weiterer Baustein zum Thema Textsorten, im zweiten Teil ging es um Presserecht. DozentInnen waren Konrad Leverenz und Beate Strenge.

Als Textsorte haben wir einen Erfahrungsbericht in Ich-Form aus der Berliner Morgenpost vom 22.9.2015 mit der Überschrift „Eine Woche an der Grenze“ gelesen. Der Reporter hat eine Woche mit Flüchtlingen in der Grenzregion Bayern-Österreich verbracht. Wir haben analysiert, an welchen Orten genau der Reporter recherchiert hat, zum Beispiel in einer Möbelhalle, in der 700 Flüchtlinge auf engem Raum untergebracht waren. Zudem gibt der Reporter konkrete Beispiele für die Situation: „Duschen gab es nicht“ – gemischt mit sinnlichen Eindrücken: „Bilder riechen nicht. Menschen schon. Nach Schweiß …“.

 

Erika und Claire

Ein Erfahrungsbericht in Ich-Form ist ein gute Möglichkeit für uns, in unserer Zeitung zu schreiben, da wir unsere Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen als ZuwanderInnen dabei gut einbringen können.

Tafel

 

 

 

Nach der Pause haben  wir über Presserecht gesprochen und über die Gesetze, Rechte und Beschränkungen, die die journalistische Arbeit betreffen. Erst haben wir uns mit der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mit den entsprechenden Grundrechten vertraut gemacht, besonders mit Artikel 5 des Grundgesetzes, der über Meinungsfreiheit spricht:

“Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”

Arzu und Rita

 

In Bezug zum deutschen Grundgesetz haben wir dann die Situation in den Herkunftsländern der KursteilnehmerInnen diskutiert und die Situation in der ganzen Welt auf einer Karte von „Reporter ohne Grenzen“ betrachtet. Jede/r hat kurz den Zustand in ihrem oder seinem eigenen Land beschrieben. Unter den Ländern der einzelnen TeilnehmenInnen ist die Lage nach unserer kleinen Umfrage am schlimmsten in China, wo staatliche Zensur in Pressemedien und im Internet stattfindet. Die Situation ist auch in der Türkei kompliziert. Der Druck muss aber nicht immer von der politischen Regierung kommen. Im Zusammenhang mit Medien in Brasilien oder Frankreich wurde auch über Druck und Macht der wirtschaftlichen Lobby auf Verlage und Fernsehsender gesprochen.

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Anschließend haben wir über die Grenzen der Meinungsfreiheit diskutiert. Diese Grenzen werden von den allgemeinen Gesetzen definiert. Besonders wichtig sind dabei die Bestimmungen gegen Volksverhetzung, zum Schutze der Jugend und gegen persönliche Beleidigung. Manchmal ist die Grenze zwischen Kritik, die von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, und Beleidigung, die verboten ist, nicht leicht zu ziehen. Am Beispiel eines Gerichtsurteils haben wir über diese Frage diskutiert.

 

Text: Pavel Drabek

Fotos: Beate Strenge

Bürgerzeitungen als Alternativ-Medium – Diskussion unserer Zeitungsthemen

1-10Bürgerzeitungen und kleine Zeitungen waren das Thema bei unserem fünften Treffen am der Elternredaktion am 1.10.2015 mit den Dozenten Ewald Schürmann und Beate Strenge.

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Wir haben die Unterschiede zwischen den großen Zeitungen und Bürgerzeitungen gelernt.  Der Hauptunterschied ist, dass große Zeitungen von professionellen Journalist_innen geschrieben werden und Bürgerzeitungen von engagierten, motivierten und ehrenamtlichen Bürger_innen gemacht werden. Kleine Zeitungen sind eine wichtige Ergänzung der Zeitungslandschaft und werden von einer bestimmten Zielgruppe gelesen.

 

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Danach haben wir in Gruppen gearbeitet. Jede Gruppe hat eine andere Bürgerzeitung erhalten und musste sie auf Struktur, Format, Inhalt, Name, Titelbild und mögliche Leser analysieren und den anderen Kolleg_innen präsentieren.

 

4-10Es wurden folgende Bürgerzeitungen präsentiert: “21º-Ost” aus Moabit Ost, “Q_20”, eine Zeitung des Quartiersmanagement Pankstraße, die Schülerzeitung des Lessinggymnasiums mit dem Namen “Nathan”, die Zeitung aus dem Weddinger Brunnen-Viertel “Brunnen¼” und “Dein Kiezbote” aus dem Sprengelkiez in Wedding.

 

 

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Nach der Pause haben wir über wichtige Aspekte unserer Zeitung geredet, und jede_r Teilnehmer_in hat ein Thema und die Rubrik seiner/ihrer Wahl zur Diskussion gestellt, um das Feedback seiner Kolleg_innen einzuholen. Es gab zum Beispiel folgende Themenideen:  Gärtnern für Stadtbürger_innen, Fremd in Deutschland auch nach vielen Jahren, Kulturelle Unterschiede zwischen Portugal und Deutschland, Müll auf den Straßen, Sorge um immer mehr Spielhallen in der Pankstraße, Meine wunderbare Nachbarschaft – über gutes Zusammenleben in einem Mietshaus mit Menschen aus aller Welt, Internationale Kartoffelrezepte aus unseren Heimatländern, „Warum kochen die Chinesen Salat?“ – Rezepte aus China und Einkaufstipps.

Text: Olga Martins, Fotos: Ewald Schürmann

Die Botschaft des Fotos

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Beim 4. Termin traf das Zeitungsprojektteam mit Sharon Adler und Beate Strenge als Dozentinnen zusammen. Frau Adler ist Fotografin und unterrichtet uns in Fotografie.

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Unser Thema war die Botschaft des Fotos. Frau Adler erklärte uns, mit welcher Kamera man am besten Fotos aufnehmen kann. Um ein Foto zu machen, sollte jede Person ihren eigenen Stil finden, indem er/sie so viele Fotos wie möglich aus verschiedenen Perspektiven macht. Deswegen muss unsere Kamera immer bereit sein.

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Wir haben draußen auf dem Hof  jeweils ein Portraitbild von unserer Team-Partnerin  aufgenommen, damit wir eine Teilnehmercard für den Zeitungskurs mit Foto erstellen können. Mit dieser Card können wir später unseren Interviewpartnern zeigen, dass wir Reporter beim VHS-Zeitungsprojekt sind.

Wir haben gelernt, dass Licht sehr wichtig ist, damit wir gut beleuchtete Bilder von unserem Partner machen können.

1-2Nach den Aufnahmen haben wir zwei Fotos aus einem Buch über Fotojournalismus von Frau Adler bekommen und unsere Aufgaben waren: Was zeigt das Bild? Welche Bildunterschrift würde ich unter das Bild setzen? Welche Gefühle habe ich beim Ansehen der Bilder?

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Das Ende war am spannendsten, jede/r hatte einen anderen Blickwinkel.

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Text: Ruhat Güncekti

Fotos: Erika Tüske, Beate Strenge, Sharon Adler

„Jetzt bin ich dran!“ Computerunterricht und Textsorten

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Jetzt bin ich dran! Wer an der Elternredaktion teilnimmt, kann nicht vermeiden, in Deutsch zu schreiben. Und zwar ist meine heutige Aufgabe, die ich nicht so leicht finde, eine kurze Zusammenfassung unserer Unterrichtstunden am 24. September 2015 zu verfassen.

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Dieser dritte Termin beginnt mit Computerunterricht. In Raum 204 empfängt uns eine neue Lehrerin, Elke Hauf. Sie ist verantwortlich für unsere Computerausbildung. Heutzutage gibt es in fast allen Bereichen des Lebens Computer, und so gibt es natürlich auch keine Zeitungen ohne Computer. Allgemeine Software wie Word und Photoshop gehören zum Alltag eines Journalisten, ganz zu schweigen von der speziellen Software, zum Beispiel für das Layout einer Zeitung.CIMG3808_Bildgröße ändern

Aber am Anfang ist unser Lernziel bescheidener. Zwar sind die Computerkenntnisse der Teilnehmer sehr unterschiedlich, aber ganz schlecht ist bei allen der Deutschwortschatz im Bereich Computer. Ich zum Beispiel kann keine einzige Taste vor mir auf Deutsch benennen. Deswegen fangen wir mit dem Einmaleins an. Schritt für Schritt – jeder von uns vor seinem eigenen Bildschirm im Computerraum – erklärt uns Elke Hauf, wie wir einen Text in Word schreiben können. „Und nicht vergessen zu speichern”, sagt sie. „Speichern“ – schon wieder ein neues Wort. Nach zwei Stunden haben wir nicht nur unseren virtuellen Schreibtisch der Elternredaktion aktiviert, sondern auch eine Menge neuer deutscher Begriffe wie Angabefeld, Datenmüll, Pfeiltaste, Umschaltaste usw. in unseren eigenen Arbeitsspeicher bzw. unser Gedächtnis eingelesen.

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Nach einer kurzen Pause beginnt der zweite Teil des Vormittags im Elternredaktionskurs unter der Leitung von Beate Strenge. Journalismus ist zurück mit einem Kernthema, die Textsorten. Und es gibt so viele!

2Mit Übungen sammeln wir alle verschiedenen Artikelsorten von Nachricht, Bericht und Leserbrief bis Kommentar und Kritik sowie Infokasten und Umfrage… Also noch einmal viele neue Wörter. Wir sortieren sie nach zwei Bereichen. Information: wie zum Beispiel Nachricht und Bericht – sowie Meinungsartikel: wie Kommentar und Essay.

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Last but not least, verteilt uns Beate Strenge eine Agenturmeldung der Nachrichtenagentur dpa (Deutsche Presseagentur). Neben wichtigen Abkürzungen lernen wir, dass kurze Nachrichten immer auf die fünf folgenden Fragen antworten müssen: Wer? Wo? Wann? Was? Woher (kommt die Nachricht)?  Längere Meldungen antworten auch auf die Fragen wie? und warum?  Und jetzt machen Sie mit! Hausaufgabe für den nächsten Termin ist: Schreiben Sie eine Nachricht über den Start der VHS-Zeitungsprojekts!

Text: Claire Dufour, Fotos: Beate Strenge

 

 

 

 

Einblick in die Vielfalt der Medien

Gesamtkursansicht-1Beim zweiten Treffen der Elternredaktion am 22. September 2015 haben wir uns mit verschiedenen Pressemedien und deren Stil und Inhalt beschäftigt. Unterschiedliche deutsche Zeitungen und Magazine wurden analysiert im Hinblick auf ihre Struktur, Design und Aufbau der Rubriken.

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Dabei haben wir die ersten theoretischen Begriffe gelernt, um den Zusammenhang zwischen Form, Inhalt und Zweck verschiedener Medien besser zu verstehen. So haben wir uns mit dem Stil verschiedener Medien von Tageszeitungen und Boulevardzeitungen, über Polit- und Fachmagazine bis zum Lifestyle- und Foodmagazine vertraut gemacht.

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Im praktischen Teil haben wir in Gruppen einzelne deutsche Zeitungen und Magazine auf ihre genaue Rubrikenstruktur analysiert. So konnten wir die Strukturierung jeder einzelnen Zeitung diskutieren, um die Aufteilung der Informationen besser zu verstehen. Einsichten, die wir bei der Analyse bekommen haben, können wir später beim Schreiben und Aufbau unserer Zeitung benutzen.

6Text: Pavel Drabek, Fotos: Ewald Schürmann

 

 

Kick-Off-Veranstaltung und Kursbeginn Elternredaktion

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Am 17. September 2015 nahmen 14 Teilnehmer_innen an der Kick-Off-Veranstaltung der Elternredaktion im Rahmen des Projektes der Elternakademie der Volkhochschule Berlin Mitte teil. Zehn Frauen und zwei Männer, die sich für die Kunst des Bürgerjournalismus interessieren, kommen aus acht unterschiedlichen Nationen – China, Libanon, Portugal, Frankreich, Türkei, Israel, Tschechien und Brasilien. (Weitere Teilnehmer_innen haben sich angekündigt, konnten aber nicht zum ersten Termin kommen.

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Zu Beginn hat sich jeder vorgestellt und seine Interessen an dieser Grundqualifizierung für den Bürgerjournalismus genannt. Viele möchten auch durch den Kurs ihr Deutsch mündlich und schriftlich verbessern.

 

 

 

 

 

 

 

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Wichtig ist, dass die Teilnehmer nicht nur Demokratie leben, sondern sich auch trauen, öffentlich demokratisch ihre Meinung zu äußern.  In der Tat haben einige Teilnehmer_innen ihre Kritik an Deutschland ausgedrückt, beispielsweise das schlechte Wetter oder die Unhöflichkeit der Deutschen.

 

 

 

 

Elternredaktion-3Der Kurs hat schon mit einer ersten Phase der Zeitungsproduktion begonnen: Dies war eine Auswahl der unterschiedlichen Themen, die behandelt werden sollten. Beim Brainstorming wurden Wunschthemen vorgestellt. Es zeigte sich ein sehr breites und buntes Themenspektrum wie Kultur, Politik, Religion, Stadtentwicklung, Essen, Erziehung, Gesundheit, Sport, Leben, Reisen und Urlaub.

gruppeAls weitere Themen wurden genannt: Architektur in Berlin, Kapitalismus, eine Welt ohne Krieg, Solidaritätsprojekt im Kiez, interkulturelle Landeskunde, Mondfest in China, Probleme der Kinder, Rechte von Müttern, Kontakte mit Deutschen, Kopftuch und Burka, Vorschläge für Spaziergänge in Mitte…

Alle freuen sich auf den nächsten Termin!

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Text: Adeline Haaby, Fotos: Ewald Schürmann

 

 

 

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